Konzert mit Swing und Wohlklang Chor- und Gitarrenmusik in Schmachtendorf
08.06.1999 / LOKALAUSGABE / VERMISCHTES
Was unter dem schlichten Titel Sommerliche Chor- und Gitarrenmusik am Sonntag im Evangelischen Gemeindehaus Schmachtendorf geboten wurde, das war schon ein herausragendes Ereignis. Die Camerata Vocale Oberhausen unter Leitung von Wolfgang Schwering und der Gitarrist Markus Söffge boten ein fesselndes Programm vom Frühbarock über die Romantik bis zur Moderne, ja bis zum Jazz. Dabei wirkte das Programm nicht zusammengestückelt, sondern sorgfältig ausgewogen als ein harmonisches Ganzes. Die Camerata Vocale erwies sich als ein stimmlich ausgezeichnet geschulter Chor. Der Dirigent muß ein sehr guter Stimmbildner sein, der allerdings auch sehr engagierte Sängerinnen und Sänger hat. Sowohl die Einzelstimmen wie auch ihr Zusammenklang als Chorstimmen und -klang ließen - auch in schwierigen hohen oder tiefen Lagen - nichts an Reinheit und Wohlklang vermissen. Dirigent und Chor gestalteten alle Stilrichtungen überzeugend, sei es Frühbarock um Hans Leo Haßler, sei es Romantik um Robert Schumann, seien es Sätze um Walter Rein, norwegische Lieder oder swingender Jazz. Die musikdramatische Gestaltung wie etwa bei Distlers Der Feuerreiter war mitreißend perfekt. Andererseits hat man einen Bachchoral Nun ruhen alle Wälder selten so rein, klar und zutiefst anrührend gehört. Der Gitarrist Markus Söffke führte mit durch das Konzert, indem er die verschiedenen Stilarten von namhaften Komponisten und auch eigenen Werken präsentierte. Herausragend war auf seiner Konzertgitarre die exakte Melodienstimmführung mit mehrstimmigen homophonen oder gebrochenen Akkorden. Die Baßgrundlage durch eine lange mitschwingende Saite und die Anregung für die Hörer, diesen Ton zu behalten, vervollständigten das mehrstimmige Spiel. Bei seinen Jazzstücken verleitete er zum Mitswingen. Die Schmachtendorfer Konzerte haben ein wirklich hohes Niveau, das auch von der Bevölkerung durch guten Besuch anerkannt wird. Ein Weg zu den Schmachtendorfer Konzerten lohnt sich.
Auhor: Günter Fölsing
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